Gedichte – Katzen sind Poesie!

Katzen und Gedichte

Katzen und Gedichte

 

Katzengedichte und Poesie

Katzen sind reinste Poesie!
Was macht daher mehr Sinn als schöne Gedichte über Katzen zu verfassen?
Im Folgenden bieten wir Ihnen eine kleine Sammlung der schönsten Katzengedichte aus vergangenen Tagen…

 

Die Katzen

Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,
Und ihre Leiber fließen sanft entlang.
Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,
Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.

Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.
Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,
Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,
Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.

Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,
Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,
In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt
Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen. [1]

(Maria Luise Weissmann, 1899-1929)

Versonnen

Versonnen nehmen sie die
edlen Haltungen
der großen Sphinxe ein,
die ausgestreckt
in tiefen Einsamkeiten ruhen
und zu entschlummern
scheinen in endlosem Traum. [1]

(Charles Baudelaire, 1821-1867)

Rätselvolle Katze

In meinem Hirn, als wär’s ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum.

So zart und heimlich ist ihr leis‘ Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen. [1]

(Charles Baudelaire, 1821-1867)

Die Katze

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still
An mein Herz, halt zurück deine Kralle.
In dein Auge ich träumend versinken will,
Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht
Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,
Das knisternde Fell dir tastend umstreicht
Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh‘ ich sie. Und ihres Blickes Strahl
Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,
Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl‘ ich zitternd streichen,
Gefährlich süßen Hauch, der gluterfüllt
Den braunen Leib von Kopf zu Fuß umhüllt. [1]

(Charles Baudelaire, 1821-1867)

Die Sphinx

In einer Zimmerecke wacht,
schon länger, als ich denken kann,
Die schöne Sphinx und schweigt mich an
im Wechselspiel von Tag und Nacht.

Ganz ungerührt und unbewegt
verharrt die finstere Gestalt.
Der Silbermond, der lässt sie kalt,
selbst Sonnenschein sie nicht erregt.

Der Himmel rötet sich und bleicht,
die Flut des Mondlichts steigt und sinkt.
Der Dämmerung es nicht gelingt
und auch der Nacht nicht, dass sie weicht.

Die Zeit verrinnt, Nacht folgt auf Nacht,
und immer noch die Katze träumt;
Mit sanften Augen , goldgesäumt,
hält sie auf ihrem Teppich Wacht.

Sie ruht , ihr Katzenauge starr,
und zu den spitzen Ohren drängt
Das Nackenhaar, mit gelb gesprengt;
das braune Fell ist seidenzart….

Mein träger Liebling, komm heran,
und leg‘ den Kopf mir in den Schoß,
Damit ich dir den Nacken kos‘
und deinen Samtleib streicheln kann… [1]

(Oscar Wilde, 1854-1900)

Geliebte Katze

Du liebst doch Deine Mieterin, die Maus,
Obwohl sie Unheil schafft im Haus.
Du liebst aber auch die „böse“ Katze,
Die Todfeindin von Maus und Ratze.
Sie folgt ja nur dem Gesetz ihrer Art,
Und Triebe sind weder blind noch zart.

Sieh nur, wie sie voll Anmut schleicht
auf samtnen Pfoten, leis und weich.
Und ihr Schnurrn am winterlichen Feuer
Ist tröstlich wie der Klang der Leier. [1]

(William Wordsworth, 1770-1850)

Von Katzen

Vergangnen Maitag brachte meine Katze
Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,
Maikätzchen,alle weiß mit schwarzen Schwänzchen.
Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!

Die Köchin aber, Köchinnen sind grausam,
Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche –
Die wollte von den sechsen fünf ertränken,
Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen
Ermorden wollte dies verruchte Weib.

Ich half ihr heim! – Der Himmel segne
Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,
Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;
Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah,
Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster
Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.

Ich aber, wie ich sie so wachsen sahe,
ich preis mich selbst und meine Menschlichkeit.
Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
Und Maitag ist’s! – Wie soll ich es beschreiben,
Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!

Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!
Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen,
In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
Die Alte gar – nein, es ist unaussprechlich,
Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette!

Und jede, von den sieben Katzen
Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzem Schwänzchen!
Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers;
Ersäufen will sie alle neunundvierzig!

Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon –
O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren!
Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen! [1]

(William Wordsworth, 1770-1850)

Junge Kätzchen

Fünf Kätzchen vorm Fenster und Lieschen dazu,
die stehen zusammen schon längst auf du.
Trippelt zum Garten sie in der Früh‘,
wartet Frau Mietzekatz schon auf sie,
putzt die vier kleinen noch akkurat;
jeder macht gern mit den Kindern Staat.

Die Kätzchen haben heut Augen gekriegt,
gucken ganz dumm und blinzeln vergnügt.
Wenn solch ein großes Wunder gescheh’n,
das muss die Mutter doch auch mal seh’n!
Holt noch ein Näpfchen, so ein klein’s,
macht für die Kätzchen was Extrafein’s.
Das ist ein Springen, hinauf und hinab,
lecken sich alle Pfoten ab.

Durch den Apfelbaum, schwerbelaubt,
fällt der Mutter ein Strahl aufs Haupt,
glänzt dann auf Lieschens Blondhaar hell,
gleitet hernieder aufs Katzenfell,
bis zu den Kätzchen winzig klein
kriegt jedes ein bisschen Sonnenschein.
Ludwig Jacobowski [1]

(Ludwig Jacobowski, 1868-1900)

Das kranke Kätzchen

Kätzchen ist krank,
macht ein traurig Gesicht,
liegt auf der Bank
und rührt sich nicht.

Miau! Ich versteh,
die Maus war zu fett.
Magenweh?
Dann mußt du zu Bett.

Püppchen hör zu,
dem Kätzchen geht’s schlecht.
Ist es dir recht;
wir legen’s zur Ruh

in dein Bettchen hinein,
decken’s warm zu
und wiegen es ein.

Da schläft’s eine Stunde,
verdaut seine Maus
und springt dann gesund
zum Bettchen hinaus. [1]

(Gustav Falke, 1853-1916)

Mauskätzchen

Mauskätzchen; wo bleibst du?
Mauskätzchen, was treibst du?
In unserem Häuschen
Sind schrecklich viel Mäuschen:

Sie pfeifen und rappeln,
Sie trippeln und trappeln
In Kisten und Schränken,
Auf Tischen und Bänken;
Sie stehlen und naschen
Und will man sie haschen:
Wupp! sind sie fort!“

Du rufst mich, da bin ich!
Sei still, nun beginn ich
Ein Tänzchen mit allen,
Das soll dir gefallen.
Erst sitz‘ ich,
Dann schleich‘ ich,
Dann nah‘ ich,
Dann weich‘ ich,
Dann leg‘ ich mich nieder,
Dann heb‘ ich mich wieder,
Dann schwing‘ ich mein Schwänzchen
Und schnurre zum Tänzchen,
Wupp! sind sie da!

Sie tanzen im Kreise
Auf närrische Weise,
Hopp heißa! so munter
Hinauf und herunter.
Dann fass‘ ich beim Ohr sie,
Dann werf‘ ich empor sie;
Und fallen sie nieder,
Dann fang‘ ich sie wieder.
Und will dann die Maus doch
Nun endlich ins Mausloch –
Wupp! beiß‘ ich sie tot! [1]

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874)

Unter allen Geschöpfen

Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur Eines,
das sich keiner Versklavung unterwerfen lässt.
Dieses ist die Katze. [2]

(Mark Twain, 1835-1910)

Wer Tiere quält

Wer Tiere quält, ist unbeseelt.
Und Gottes guter Geist ihm fehlt;
mag noch so vornehm drein er schauen,
man sollte niemals ihm vertrauen. [3]

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Begünstigte Tiere

Vier Tieren auch verheißen war,
Ins Paradies zu kommen,
Dort leben sie das ew‘ge Jahr
Mit Heiligen und Frommen.

Den Vortritt hier ein Esel hat,
Er kommt mit muntern Schritten:
Denn Jesus zur Propheten-Stadt
Auf ihm ist eingeritten.

Halb schüchtern kommt ein Wolf sodann,
Dem Mahomet befohlen:
»Laß dieses Schaf dem armen Mann,
Dem Reichen magst du‘s holen.«

Nun, immer wedelnd, munter, brav,
Mit seinem Herrn, dem braven,
Das Hündlein, das den Siebenschlaf
So treulich mitgeschlafen.

Abuherriras Katze hier
Knurrt um den Herrn und schmeichelt:
Denn immer ist‘s ein heilig Tier,
Das der Prophet gestreichelt.[4]
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Die Nase fein

Die Nase fein, die Augen helle,
zart rosenfarben der kleine Mund,
jedwede Linie eine Welle
und jede Regung weich und rund. [4]

(Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887)

Kätzchen isst

Guten Appetit, mein Kätzchen!
Schmeckt das Mittagssüppchen fein?
Sollen wir nicht mit dir essen,
deine Kameraden sein?

Kätzchen blinzelt mit den Augen,
spricht: “Miau!” ganz leis dazu,
und das heisst: “Ich esse lieber
ganz allein; lasst mich in Ruh!”

Hat mein Kätzchen abgetafelt,
putzt es sich nach Katzenart
ohne Tuch, doch ganz manierlich
seinen kleinen Katzenbart

Und dann legt es sich behaglich
schnurrend an den Ofen hin.-
Oh, wie gut hat’s doch das Kätzchen!
Schad, das ich kein Kätzchen bin! [4]

(Georg Christian Dieffenbach, 1822-1901)

Ein Uhr nacht

Ein Uhr ist es in tiefer Nacht,
Da hat sich die Katze aufgemacht.
Sie schleicht die Treppe hoch ganz sacht
Auf weichen Pfoten, wie ein Traum,
Und wandert leis von Raum zu Raum.
Doch niemand außer ihr mehr wacht. [4]

(Katherine Pyle, 1863-1938)

Die Katze schmeichelt

Die Katze schmeichelt uns nicht,
sie lässt sich von uns schmeicheln.[5]

(Antoine de Rivarol, 1753–1801)

Katzenmutterschaft

Es gibt wohl nichts Schöneres als eine Katzenmutterschaft.
Man sollte sich eine Katze schon wegen
ihrer Jungen anschaffen.[5]

(Karel Capek, 1890-1938)

Ob eine schwarze Katze Unglück bringt

Ob eine schwarze Katze Unglück bringt, hängt davon ab,
ob man ein Mensch oder eine Maus ist. [5]

(Max O’Rell, 1847-1903)

Quelle

[1] Gedichte mit Katzen, www.zauberwesen.eu, Stand 04.09.2014
[2] Katzen Gedichte Sprüche und Zitate, www.foto-schweiz.com, Stand 07.09.2014
[3] Unterhaltung / Klassische Tiergedichte, www.tierschutz.org, Stand 07.09.2014
[4] Katzen Gedichte, www.cats.a-pawelzik.de, Stand 28.11.2014
[5] Sprüche, Gedichte und Zitate rund um die Katze, Katzengedichte, Katzensprüche, www.spruechetante.de, Stand 28.11.2014

Katzen und Gedichte

Katzen und Gedichte

 

Katzengedichte und Poesie

Katzen sind reinste Poesie!
Was macht daher mehr Sinn als schöne Gedichte über Katzen zu verfassen?
Im Folgenden bieten wir Ihnen eine kleine Sammlung der schönsten Katzengedichte aus vergangenen Tagen…

 

Die Katzen

Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,
Und ihre Leiber fließen sanft entlang.
Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,
Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.

Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.
Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,
Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,
Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.

Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,
Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,
In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt
Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen. [1]

(Maria Luise Weissmann, 1899-1929)

Versonnen

Versonnen nehmen sie die
edlen Haltungen
der großen Sphinxe ein,
die ausgestreckt
in tiefen Einsamkeiten ruhen
und zu entschlummern
scheinen in endlosem Traum. [1]

(Charles Baudelaire, 1821-1867)

Rätselvolle Katze

In meinem Hirn, als wär’s ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum.

So zart und heimlich ist ihr leis‘ Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen. [1]

(Charles Baudelaire, 1821-1867)

Die Katze

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still
An mein Herz, halt zurück deine Kralle.
In dein Auge ich träumend versinken will,
Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht
Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,
Das knisternde Fell dir tastend umstreicht
Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh‘ ich sie. Und ihres Blickes Strahl
Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,
Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl‘ ich zitternd streichen,
Gefährlich süßen Hauch, der gluterfüllt
Den braunen Leib von Kopf zu Fuß umhüllt. [1]

(Charles Baudelaire, 1821-1867)

Die Sphinx

In einer Zimmerecke wacht,
schon länger, als ich denken kann,
Die schöne Sphinx und schweigt mich an
im Wechselspiel von Tag und Nacht.

Ganz ungerührt und unbewegt
verharrt die finstere Gestalt.
Der Silbermond, der lässt sie kalt,
selbst Sonnenschein sie nicht erregt.

Der Himmel rötet sich und bleicht,
die Flut des Mondlichts steigt und sinkt.
Der Dämmerung es nicht gelingt
und auch der Nacht nicht, dass sie weicht.

Die Zeit verrinnt, Nacht folgt auf Nacht,
und immer noch die Katze träumt;
Mit sanften Augen , goldgesäumt,
hält sie auf ihrem Teppich Wacht.

Sie ruht , ihr Katzenauge starr,
und zu den spitzen Ohren drängt
Das Nackenhaar, mit gelb gesprengt;
das braune Fell ist seidenzart….

Mein träger Liebling, komm heran,
und leg‘ den Kopf mir in den Schoß,
Damit ich dir den Nacken kos‘
und deinen Samtleib streicheln kann… [1]

(Oscar Wilde, 1854-1900)

Geliebte Katze

Du liebst doch Deine Mieterin, die Maus,
Obwohl sie Unheil schafft im Haus.
Du liebst aber auch die „böse“ Katze,
Die Todfeindin von Maus und Ratze.
Sie folgt ja nur dem Gesetz ihrer Art,
Und Triebe sind weder blind noch zart.

Sieh nur, wie sie voll Anmut schleicht
auf samtnen Pfoten, leis und weich.
Und ihr Schnurrn am winterlichen Feuer
Ist tröstlich wie der Klang der Leier. [1]

(William Wordsworth, 1770-1850)

Von Katzen

Vergangnen Maitag brachte meine Katze
Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,
Maikätzchen,alle weiß mit schwarzen Schwänzchen.
Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!

Die Köchin aber, Köchinnen sind grausam,
Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche –
Die wollte von den sechsen fünf ertränken,
Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen
Ermorden wollte dies verruchte Weib.

Ich half ihr heim! – Der Himmel segne
Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,
Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;
Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah,
Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster
Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.

Ich aber, wie ich sie so wachsen sahe,
ich preis mich selbst und meine Menschlichkeit.
Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
Und Maitag ist’s! – Wie soll ich es beschreiben,
Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!

Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!
Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen,
In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
Die Alte gar – nein, es ist unaussprechlich,
Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette!

Und jede, von den sieben Katzen
Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzem Schwänzchen!
Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers;
Ersäufen will sie alle neunundvierzig!

Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon –
O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren!
Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen! [1]

(William Wordsworth, 1770-1850)

Junge Kätzchen

Fünf Kätzchen vorm Fenster und Lieschen dazu,
die stehen zusammen schon längst auf du.
Trippelt zum Garten sie in der Früh‘,
wartet Frau Mietzekatz schon auf sie,
putzt die vier kleinen noch akkurat;
jeder macht gern mit den Kindern Staat.

Die Kätzchen haben heut Augen gekriegt,
gucken ganz dumm und blinzeln vergnügt.
Wenn solch ein großes Wunder gescheh’n,
das muss die Mutter doch auch mal seh’n!
Holt noch ein Näpfchen, so ein klein’s,
macht für die Kätzchen was Extrafein’s.
Das ist ein Springen, hinauf und hinab,
lecken sich alle Pfoten ab.

Durch den Apfelbaum, schwerbelaubt,
fällt der Mutter ein Strahl aufs Haupt,
glänzt dann auf Lieschens Blondhaar hell,
gleitet hernieder aufs Katzenfell,
bis zu den Kätzchen winzig klein
kriegt jedes ein bisschen Sonnenschein.
Ludwig Jacobowski [1]

(Ludwig Jacobowski, 1868-1900)

Das kranke Kätzchen

Kätzchen ist krank,
macht ein traurig Gesicht,
liegt auf der Bank
und rührt sich nicht.

Miau! Ich versteh,
die Maus war zu fett.
Magenweh?
Dann mußt du zu Bett.

Püppchen hör zu,
dem Kätzchen geht’s schlecht.
Ist es dir recht;
wir legen’s zur Ruh

in dein Bettchen hinein,
decken’s warm zu
und wiegen es ein.

Da schläft’s eine Stunde,
verdaut seine Maus
und springt dann gesund
zum Bettchen hinaus. [1]

(Gustav Falke, 1853-1916)

Mauskätzchen

Mauskätzchen; wo bleibst du?
Mauskätzchen, was treibst du?
In unserem Häuschen
Sind schrecklich viel Mäuschen:

Sie pfeifen und rappeln,
Sie trippeln und trappeln
In Kisten und Schränken,
Auf Tischen und Bänken;
Sie stehlen und naschen
Und will man sie haschen:
Wupp! sind sie fort!“

Du rufst mich, da bin ich!
Sei still, nun beginn ich
Ein Tänzchen mit allen,
Das soll dir gefallen.
Erst sitz‘ ich,
Dann schleich‘ ich,
Dann nah‘ ich,
Dann weich‘ ich,
Dann leg‘ ich mich nieder,
Dann heb‘ ich mich wieder,
Dann schwing‘ ich mein Schwänzchen
Und schnurre zum Tänzchen,
Wupp! sind sie da!

Sie tanzen im Kreise
Auf närrische Weise,
Hopp heißa! so munter
Hinauf und herunter.
Dann fass‘ ich beim Ohr sie,
Dann werf‘ ich empor sie;
Und fallen sie nieder,
Dann fang‘ ich sie wieder.
Und will dann die Maus doch
Nun endlich ins Mausloch –
Wupp! beiß‘ ich sie tot! [1]

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874)

Unter allen Geschöpfen

Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur Eines,
das sich keiner Versklavung unterwerfen lässt.
Dieses ist die Katze. [2]

(Mark Twain, 1835-1910)

Wer Tiere quält

Wer Tiere quält, ist unbeseelt.
Und Gottes guter Geist ihm fehlt;
mag noch so vornehm drein er schauen,
man sollte niemals ihm vertrauen. [3]

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Begünstigte Tiere

Vier Tieren auch verheißen war,
Ins Paradies zu kommen,
Dort leben sie das ew‘ge Jahr
Mit Heiligen und Frommen.

Den Vortritt hier ein Esel hat,
Er kommt mit muntern Schritten:
Denn Jesus zur Propheten-Stadt
Auf ihm ist eingeritten.

Halb schüchtern kommt ein Wolf sodann,
Dem Mahomet befohlen:
»Laß dieses Schaf dem armen Mann,
Dem Reichen magst du‘s holen.«

Nun, immer wedelnd, munter, brav,
Mit seinem Herrn, dem braven,
Das Hündlein, das den Siebenschlaf
So treulich mitgeschlafen.

Abuherriras Katze hier
Knurrt um den Herrn und schmeichelt:
Denn immer ist‘s ein heilig Tier,
Das der Prophet gestreichelt.[4]
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Die Nase fein

Die Nase fein, die Augen helle,
zart rosenfarben der kleine Mund,
jedwede Linie eine Welle
und jede Regung weich und rund. [4]

(Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887)

Kätzchen isst

Guten Appetit, mein Kätzchen!
Schmeckt das Mittagssüppchen fein?
Sollen wir nicht mit dir essen,
deine Kameraden sein?

Kätzchen blinzelt mit den Augen,
spricht: “Miau!” ganz leis dazu,
und das heisst: “Ich esse lieber
ganz allein; lasst mich in Ruh!”

Hat mein Kätzchen abgetafelt,
putzt es sich nach Katzenart
ohne Tuch, doch ganz manierlich
seinen kleinen Katzenbart

Und dann legt es sich behaglich
schnurrend an den Ofen hin.-
Oh, wie gut hat’s doch das Kätzchen!
Schad, das ich kein Kätzchen bin! [4]

(Georg Christian Dieffenbach, 1822-1901)

Ein Uhr nacht

Ein Uhr ist es in tiefer Nacht,
Da hat sich die Katze aufgemacht.
Sie schleicht die Treppe hoch ganz sacht
Auf weichen Pfoten, wie ein Traum,
Und wandert leis von Raum zu Raum.
Doch niemand außer ihr mehr wacht. [4]

(Katherine Pyle, 1863-1938)

Die Katze schmeichelt

Die Katze schmeichelt uns nicht,
sie lässt sich von uns schmeicheln.[5]

(Antoine de Rivarol, 1753–1801)

Katzenmutterschaft

Es gibt wohl nichts Schöneres als eine Katzenmutterschaft.
Man sollte sich eine Katze schon wegen
ihrer Jungen anschaffen.[5]

(Karel Capek, 1890-1938)

Ob eine schwarze Katze Unglück bringt

Ob eine schwarze Katze Unglück bringt, hängt davon ab,
ob man ein Mensch oder eine Maus ist. [5]

(Max O’Rell, 1847-1903)

Quelle

[1] Gedichte mit Katzen, www.zauberwesen.eu, Stand 04.09.2014
[2] Katzen Gedichte Sprüche und Zitate, www.foto-schweiz.com, Stand 07.09.2014
[3] Unterhaltung / Klassische Tiergedichte, www.tierschutz.org, Stand 07.09.2014
[4] Katzen Gedichte, www.cats.a-pawelzik.de, Stand 28.11.2014
[5] Sprüche, Gedichte und Zitate rund um die Katze, Katzengedichte, Katzensprüche, www.spruechetante.de, Stand 28.11.2014


Empfehlen Sie uns weiter...


Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Sie haben weitere Tipps oder Ideen? Fragen?
Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar zu diesem Artikel oder nutzen Sie unser Kontaktformular!

Kurzlink zum Artikel

Textlink zur Startseite

Katzenspielzeug-selber-machen.de


© Achtung Urheberrecht!
Das Kopieren und Veröffentlichen unserer Texte auf anderen Portalen ist nicht erlaubt!
Aber Sie dürfen uns gerne in Foren, Social Media Portalen oder auf anderen Webseiten verlinken.

Ein Kommentar zu "Gedichte – Katzen sind Poesie!"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *